Döhren wird bunter: Pflanzkisten

Die Interessengemeinschaft Döhrener Geschäftsleute (I.D.G.) stellte zur Eröffnung ihres Frühlingsmarktes am 12.04.25 die erste Pflanzkiste in Döhren auf, der Beginn eines neuen Projektes mit dem Ziel, Döhren bunter zu machen und für ein besseres Klima zu sorgen.

Alles begann vor knapp zwei Jahren im anschließenden Austausch nach einer Gesprächsrunde mit dem Oberbürgermeister Belit Onay, VertreterInnen der Wirtschaftsförderung, der Standortgemeinschaften der Stadt Hannover und weiteren Gästen. Thema des Abends war eigentlich die Verkehrswende als eine Maßnahme, dem Klimawandel Herr zu werden, doch Veränderungen allein in diesem Bereich werden kaum ausreichen.

Unsere VertreterInnen der I.D.G. merkten an, dass in den Hitzeperioden in den gepflasterten Straßenzügen Döhrens des Nachts gut und gerne an die 30° herrschen und hier dringend Abhilfe Lösungen gefunden werden müssen, um die Temperaturen herunter zu bekommen.

Es wurde verabredet, Ideen aus verschiedenen Städten zusammen zu tragen und zu schauen, was sich in Hannover, vor allem in Döhren, realisieren ließe. Über ein halbes Jahr lang sammelten wir verschiedene interessante Ansätze und leitete diese an die Kontakte bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Hannover weiter. Nach einigen Gesprächen und einem Stadtteilrundgang einigte man sich, ein Projekt zu starten und mit der Idee zu beginnen, die sich am Schnellsten und Einfachsten realisieren ließe – die Pflanzkiste.

Die Pflanzkiste wird auf einer gewöhnlichen Europalette aufgebaut, so läßt sie sich im Notfall rangieren. Die Höhe ist variabel, ebenso sind Anbauten wie weitere Kisten oder Sitzflächen möglich. Die Kisten werden von der Vahrenheider Werkstatt gebaut, uns Döhrenern bekannt durch die Teilnahme an den Stadtteilmärkten. Die Vahrenheider Werkstatt ist Teil des Vereins für seelisch Beeinträchtigte und unterhält sowohl eine Tischlerei als auch eine Gärtnerei.

Dies kam uns für die erste Kiste sehr entgegen, da es für diese noch keine Paten gibt, so übernahm die Vahrenheider Werkstatt für die Pilotkiste auch die Bepflanzung.

Nun musste nur noch ein Standort gefunden werden, was sich als die größte Herausforderung entpuppte. Die meisten unserer Wunschstandorte lassen sich vorerst nicht realisieren, da diese öffentlicher Grund der Stadt Hannover und vorerst für andere Projekte vorgesehen sind. Als Aufstellflächen bieten sich daher „nur“ die gepflasterten Vorgärten privater Hand an, also begaben wir uns auf die Suche nach Eigentümern, die gewillt sind, auf Ihrem Grund eine Pflanzkiste stehen zu haben.

Die Ecke Spartanerstraße / Fiedelerstraße / Wichmannstraße ist aus unterschiedlichen Gründen einer der Wunschstandorte – große gepflasterte Fläche und zentraler Punkt in Döhren mit viel Publikumsverkehr. Die Eigentümer willigten sehr gern ein und so konnte das Projekt tatsächlich mit Beginn des Frühlings starten. Zur Einweihung ließen es sich Bürgermeister Thomas Klapproth als Vertretung des Oberbürgermeisters, Anja Ritschel, Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Stadt Hannover, Maria Hesse als Vertreterin der Kulturinitiative sowie die Verantwortlichen der Vahrenheider Werkstatt nicht nehmen, mit dem Vorstand der I.D.G. die Kiste zu taufen.

Nun suchen wir nach weiteren Aufstellflächen in Döhren, gerne verbunden mit einer Patenschaft für die Bepflanzung und Bewässerung, eine Bepflanzung ist individuell möglich und gewünscht, Partner und Sponsoren können mittels Plakette auf der Kiste verewigt werden.

Bei Interesse bitte direkt bei uns melden.

Natürlich ist das Aufstellen einer einzelnen Kiste nicht die Lösung, vielleicht nicht mal ein Tropfen, wohl aber ein Anfang. Wir hoffen, dass die Pflanzkiste von uns Döhrenern als eine Art Initiator wahrgenommen wird und daraus weitere Ideen und Initiativen entspringen.

In den Niederlanden gehen manche Hauseigentümer beispielsweise dazu über, Teile der Beflasterung wieder aufzureißen und als kleine Inseln zu bepflanzen, vorzugsweise direkt an der Hauswand mit Rankpflanzen, da diese die Hauswände begrünen und dadurch bemerkbar für Abkühlung in den Straßen und Wohnungen sorgen.

Und ganz nebenbei wird der Stadtteil bunter und lebbarer.